Liest den Textexport von REW
Die Messung ist im Kasten.
Aber was sagt sie aus?
REW zeigt dir die Buckel. Hier erfährst du, welche zählen, woher sie kommen und welche kein Equalizer beheben kann.
Kostenlos. Ohne Konto. Deine Messung wird in deinem Browser ausgewertet und nie hochgeladen.
Was eine REW-Messung eigentlich zeigt
Eine REW-Messung verrät zwei Dinge: wie laut jede Frequenz an deinem Hörplatz ankommt und wie lange sie nach dem Signalende noch nachklingt. Unterhalb von etwa 200 Hz bestimmen beides die Raummoden. Eine Raummode ist eine Frequenz, deren halbe Wellenlänge genau zwischen zwei gegenüberliegende Flächen passt, sodass sich der Schall selbst verstärkt, statt sich zu verteilen. Schall legt 343 m pro Sekunde zurück, eine Decke in 2,86 m Höhe resoniert also bei 60 Hz. Deshalb sagt eine Überhöhung im Diagramm meist mehr über das Gebäude als über die Anlage.
Der übliche Weg dauert eine Woche
- 1.Messmikrofon kaufen, REW installieren, herausfinden, wie man einen Sweep startet
- 2.Mit fünf Diagrammen dastehen und nicht wissen, welcher Buckel ein Problem ist
- 3.Im Forum „Brauche Hilfe beim Deuten meiner Messung!“ posten, mit drei Screenshots
- 4.Zwei Tage warten
- 5.Vier Antworten bekommen, die sich widersprechen, und zwei davon empfehlen Noppenschaum
Was du hier stattdessen bekommst
Eine Diagnose im Klartext
„Die Überhöhung um +9,2 dB bei 41 Hz ist die erste Längsmode deines Raums. Dein Hörplatz liegt bei 94 % ihres Druckmaximums.“ Keine Anleitung, wie du das Diagramm selbst lesen sollst.
Eine Reihenfolge, was zu tun ist
Kostenlose Änderungen zuerst, denn den Platz um 40 cm zu verschieben schlägt meist alles, was man kaufen kann. Bassfallen vor Wandabsorbern. EQ zuletzt, weil er auf den Raum abgestimmt ist, wie er gerade ist.
Mengen und Positionen statt Prinzipien
Vier Eckabsorber, sechs Breitbandabsorber und die genaue Stelle an jeder Wand, berechnet über Spiegelschallquellen. Gemessen ab der Frontwand, in Metern oder Fuß.
Die ehrliche Wahrheit über EQ
Jedes Problem wird einsortiert: was ein EQ behebt, was er halb behebt und was er nie erreicht. Die dritte Liste ist die, die dir Geld spart.
Der Fehler, den fast alle machen
Ein Frequenzgang hat Überhöhungen und Einbrüche, und der naheliegende Schritt ist, zum parametrischen EQ zu greifen und beides glattzubügeln. Bei den Überhöhungen funktioniert das. Bei vielen Einbrüchen bewirkt es gar nichts, und du bezahlst die Erkenntnis mit Headroom.
Eine Resonanz
Eine Raummode speichert Energie und gibt sie langsam wieder ab. Senkst du sie ab, bekommt die Resonanz weniger Futter: Der Pegel sinkt, das Nachschwingen wird kürzer. Hier ist EQ eine echte Lösung.
Eine Auslöschung
Schall ist von einer Wand abgeprallt und kommt invertiert zurück. Eine Anhebung macht Direktschall und Reflexion um genau gleich viel lauter, sie löschen sich also weiter aus. Du bekommst einen heißen Verstärker und denselben Einbruch.
Ein langer Nachhall
Der Raum gibt noch Energie ab, wenn der Ton längst vorbei ist. Ein Filter ändert, wie viel Energie hineingeht, nie wie langsam sie entweicht. Das ändert nur Absorption.
Im Frequenzgang sehen alle drei gleich aus. Um sie auseinanderzuhalten, braucht man die Raummaße und die Abstände zwischen Lautsprechern, Wänden und Ohren. Genau das fragt dieses Werkzeug ab, und genau deshalb kann es die Frage beantworten. Die ausführliche Fassung steht hier
Drei Schritte, eine Sitzung
Aus REW exportieren
File → Export → Export measurement as text, Glättung auf None. Den RT60-Export dazu, falls du einen hast.
Den Raum eingeben
Drei Maße, wo du sitzt, wo die Lautsprecher stehen. Auf 5 cm genau reicht. In Metern oder Fuß.
Den Bericht lesen
Bewertung, kommentiertes Diagramm, jedes Problem erklärt, eine Maßnahmenliste in der richtigen Reihenfolge und eine EQ-Datei, die nur anfasst, wobei ein EQ helfen kann.
Fragen
- Welche Datei braucht das Werkzeug?
- Den Textexport einer Frequenzgangmessung. In REW: File → Export → Export measurement as text, mit Glättung auf None. Exportierst du zusätzlich die Daten aus dem RT60-Tab, kann der Bericht auch ein Absorptionspaket dimensionieren, statt nur zu sagen, wohin die Absorber gehören.
- Kann es .mdat-Dateien lesen?
- Nein. Die .mdat-Datei ist das eigene Projektformat von REW und nicht dokumentiert. Der Textexport enthält dieselben Messdaten und ist in etwa fünf Sekunden erstellt.
- Wozu braucht es die Raummaße?
- Weil eine Überhöhung bei 63 Hz ohne sie eben nur eine Überhöhung bei 63 Hz ist. Mit den Maßen lässt sich sagen, dass es die erste Längsmode eines Maßes von 2,7 Metern ist, dass dein Hörplatz bei 91 % ihres Druckmaximums liegt und dass 40 cm Verschieben mehr bewirken als jedes Filter.
- Wird meine Messung irgendwo hochgeladen?
- Nein. Einlesen und Auswerten laufen beide in deinem Browser. Nichts geht an einen Server, und deshalb ist das Werkzeug auch kostenlos: Pro Bericht fallen keine Kosten an.
- Wie genau sind die Mengenangaben für Absorber?
- Es sind Sabine-Schätzungen aus Raumvolumen und gemessener Nachhallzeit, mit veröffentlichten Absorptionsgraden für 100 mm Mineralwolle. Rechne mit einer Abweichung von ein, zwei Absorbern, und das reicht für den Materialkauf. Die Platzierung (Ecken, Erstreflexionspunkte) ist exakte Geometrie und hängt nicht von der Schätzung ab.
- Ersetzt das einen Akustiker?
- Für einen normalen Rechteckraum mit einer normalen Stereoanlage beantwortet es dieselben ersten Fragen, die ein Akustiker stellen würde, und zwar in Sekunden statt bei einem Termin vor Ort. Für einen verwinkelten Raum, einen Raum, der offen in einen anderen übergeht, oder einen Neubau: Hol dir jemanden.
Die meisten, die das hier lesen, haben die Datei schon.
Finde heraus, was sie sagt